Was ist eigentlich Osteopathie?

10.11.2025

Osteopathie ist in aller Munde und viele Menschen begeben sich regelmäßig vertrauensvoll in die Hände ihrer Osteopathin oder ihres Osteopathen. Doch was ist Osteopathie überhaupt und was genau ist der Unterschied zur Physiotherapie?

Das ist aus Sicht der Patientin oder des Patienten oft gar nicht so einfach. Denn es wird hier und da gedrückt, die Hände aufgelegt, Gelenke mobilisiert, die ein oder andere Übung gezeigt und Tipps für zu Hause mitgegeben. Bei der Osteopathie steht "der Mensch im Mittelpunkt" und nicht das Symptom / die Beschwerde. Die osteopathischen Herangehensweisen unterscheiden sich daher von Individuum zu Individuum. Doch auch die moderne Physiotherapie betrachtet schon lange nicht mehr nur den Ort des Problems, sondern analysiert ganzheitliche und individuelle Ursache-Folge-Ketten und untersucht den Körper auf mögliche Beeinträchtigungen von funktionalen Ketten des Bewegungsapparats. Wo liegt also der Unterschied? Dazu müssen wir uns zunächst einmal anschauen, was Osteopathie überhaupt ist und worum es dabei geht.

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Was ist Osteopathie?

Die Osteopathie wurde im Jahre 1874 von Andrew Taylor Still begründet und ist eine umfassende, den gesamten Körper mit einbeziehende Form der Heilkunde, bei der Untersuchung und Therapie hauptsächlich manuell – also mit den Händen erfolgen.
Wie in den meisten naturheilkundlichen Methoden auch, bilden Körper, Geist und Seele aus Sicht der Osteopathie eine Einheit. Alle Systeme stehen miteinander in Verbindung und beeinflussen sich gegenseitig in Struktur und Funktion. Kommt es zu Störungen einzelner Bereiche, so können andere Bereiche vermehrt unter Druck stehen. Ein besonderer Gesichtspunkt spielt die Blutver- und entsorgung unseres Körpers. Das Blut muss den Organismus uneingeschränkt mit Sauerstoff versorgen können, alles muss durchlässig sein. Spannungen im Gewebe können hier großen Einfluss nehmen.

Was ist das Ziel der Osteopathie?

Ziel der Osteopathie ist es, die Ursache von Beschwerden oder Erkrankungen aufzudecken und durch Behandlungen von außen den menschlichen Organismus in eine neue Ordnung zu begleiten. Bestenfalls nutzt der Körper diese neue Ordnung, um seine Eigenregulation einzusetzen.

Umfassende Herangehensweise

Die osteopathische Behandlung bezieht alle Körpersysteme mit ein. Und genau hier liegt der Unterschied zur Physiotherapie, die sich ausschließlich mit dem Bewegungsapparat befasst.

Die 3 Säulen der Osteopathie:

Das parietale System (der Bewegungsapparat mit Knochen, Gelenken, Muskeln, Sehnen, Bändern und Faszien). Hier überlappen sich Osteopathie und Physiotherapie und die Behandlung des parietalen Systems / die genutzten Behandlungstechniken sind oft ähnlich bis gleich, wodurch es für Laien oft schwer zu unterscheiden ist, ob nun physiotherapeutisch oder osteopathisch gearbeitet wird.

Das viszerale System (die Organe des Brustkorbs, des Bauchraums und des Beckens).

Das craniosakrale System (Schädel-Wirbelsäulen-Kreuzbeinverbindung mit Gehirn, zentralem Nervensystem, Rückenmark und deren Flüssigkeiten).

Hinzu kommt in der Osteopathie die Betrachtung von Psyche, Lifestyle, Verhalten, Umwelt-, Sozial- und Familieneinflüssen sowie der Ernährung. Auch die moderne und ganzheitliche Physiotherapie bezieht diese Faktoren durchaus mit ein.

Insgesamt können wir also festhalten, dass eine gute moderne Physiotherapie Bewegungsmuster analysiert und für den individuellen Patienten funktionelle Lösungen erarbeitet. Dabei arbeiten Therapeutin und Patientin zielorientiert Hand in Hand zusammen. Die Kombination aus Mobilisationen, Weichteiltechniken, Dehnungen, Stabilisations-und Kräftigungsübungen sowie Hausaufgaben soll hier gezielt Schmerzen beeinflussen und die Beweglichkeit langfristig verbessern. Die Osteopathie bezieht darüber hinaus alle weiteren Körpersysteme- und Einflüsse mit ein, sodass eine umfassende und vor allem sehr individuelle Herangehensweise gewährleistet werden kann, die sich nicht allein auf Symptomatiken des Bewegungsapparats beschränkt, sondern auch Beschwerden verschiedenster Körpersysteme betrachtet, wie zum Beispiel Verdauungsbeschwerden, chronische Blasenentzündungen, Migräne, Schlafprobleme oder Menstruationsstörungen und wie diese Beschwerden möglicherweise mit denen des Bewegungsapparats in Verbindung oder in Wechselwirkung zueinander stehen.

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